Die erste Frage
Standzeit ist der Normalfall in der Binnenschifffahrt: Niedrigwasser, Winterpause, Werftliegezeit, Frachtflaute. Das Schiff nimmt davon keinen Schaden. Der Kraftstoff im Tank schon. Diese Seite erklärt, was in einem stehenden Tank passiert, was der steigende Bioanteil daran ändert, und wie Sie mit drei Handgriffen prüfen, wie es um Ihren Tank steht.
Diesel ist kein stabiler Stoff. Sobald er mit Luft, Wärme und Metall in Kontakt steht, beginnt die Oxidation: Der Kraftstoff bildet Säuren, Verharzungen und Lackrückstände. In einem Tank, der täglich befüllt und leer gefahren wird, fällt das kaum auf. In einem Tank, der wochenlang halbvoll steht, addiert es sich. Die Rückstände setzen sich an Tankwand, Leitungen und Filter ab und landen beim nächsten Einsatz im Einspritzsystem.
Der Bioanteil (FAME, Fettsäuremethylester) beschleunigt diesen Vorgang. FAME nimmt mehr Wasser auf als reiner Diesel und altert schneller. Das ist kein Grund zur Sorge, sondern eine Frage der Wartung: Der Diesel aus dem Bunker ist normgerecht und in Ordnung. Was sich ändert, ist die Pflege im Tank. Ein Bunker-Wechsel ist deshalb kein Ausweg, sondern nur ein Aufschub.
Wasser gelangt auf drei Wegen in den Tank: als Kondenswasser bei Temperaturwechseln, über die Entlüftung bei feuchter Luft und in kleinen Mengen mit dem Kraftstoff selbst. Da Wasser schwerer ist als Diesel, sammelt es sich am Tankboden. Genau dort gehört es hin, damit es der Wasserabscheider im Vorfilter fassen und Sie es ablassen können.
Problematisch wird es, wenn Wasser fein verteilt im Kraftstoff schwebt. Dann wandert es mit in Hochdruckpumpe und Injektoren, wo es Korrosion und Verschleiß verursacht. Ein Additiv mit Wasserabscheidung sorgt dafür, dass Wasser sich trennt und am Tankboden bleibt, statt sich mit dem Kraftstoff zu verbinden. Es entfernt das Wasser nicht, es macht es ablassbar.
Diesel-Pest ist ein Bewuchs aus Bakterien, Hefen und Pilzen, der an der Grenzschicht zwischen Wasser und Kraftstoff lebt. Die Organismen brauchen beides: Wasser zum Leben und Diesel als Nahrung. FAME ist für sie besonders gut verwertbar. Der Bewuchs bildet Schlamm, der Filter innerhalb weniger Stunden zusetzen kann, oft mitten in der Fahrt.
Der sicherste Schutz ist der Entzug der Lebensgrundlage: kein freies Wasser im Kraftstoff, kein stehendes Wasser am Tankboden, regelmäßiges Ablassen. Wer das Wasser konsequent trennt und ablässt, nimmt dem Bewuchs den Nährboden. Ein bereits stark befallener Tank braucht eine Tankreinigung. Kein Kraftstoffadditiv ersetzt die.
Sie brauchen dafür kein Produkt, nur eine Taschenlampe und eine Viertelstunde.
Wenn Sie unsicher sind, was Sie da sehen: Machen Sie ein Foto und schicken Sie es Andreas per WhatsApp. Das ist schneller als jede Beschreibung.
Longlife DIESEL Green V2 wird beim Bunkern in den Tank gegeben und wirkt an den Stellen, die auf dieser Seite beschrieben sind:
Dosierung: 1 Liter auf 8.000 Liter Diesel, einfach beim Bunkern zugeben. Bei erstmaliger Anwendung eine einmalige Grundreinigungs-Phase über mehrere Tankfüllungen mit 1 Liter auf 6.000 Liter. Was das je 1.000 Liter kostet, steht auf der Kosten-Seite.
Andreas, Gründer & KFZ-Meister von LIFETIME. Seit rund 30 Jahren mit Kraftstoffadditiven in der Schifffahrt und in der Werkstatt. Er beantwortet Fragen zu Tank, Filter und Dosierung direkt, ohne Formular und ohne Warteschleife.